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Atemanalysator zur Erkennung von Lungenkrebs

Atemanalysator zur Erkennung von Lungenkrebs

Ein Team von Wissenschaftlern aus Israel hat ein tragbares Atemanalysegerät entwickelt, das Lungenkrebs mit einer Genauigkeit von 86% erkennt. Das Gerät könnte ein Schnellwarnsystem bieten, das Krankheiten erkennen kann, bevor Tumore auf Röntgenstrahlen sichtbar werden.

"Unsere Ergebnisse sind sehr vielversprechend für eine schnelle, einfache und kostengünstige Diagnose und Früherkennung von Lungenkrebs", stellten die Forscher fest.
Der Sensor verwendet Goldnanopartikel, um Gehalte an sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) zu erfassen, die bei Krebspatienten höher sind.

Die Früherkennung von Lungenkrebs erhöht die Überlebenschancen erheblich. Derzeit werden nur 15% der Fälle entdeckt, bevor sich die Krankheit ausbreitet.

Das Betrachten durch Computertomographie (CT) oder Röntgenaufnahmen des Brustkorbs kann den Tod durch Lungenkrebs verringern, ist jedoch teuer und setzt Patienten unerwünschter Strahlung aus.

Für die Studie nahm ein Forscherteam unter der Leitung von Hossam Haick vom Israel Institute of Technology Atemproben von 56 gesunden Menschen und 40 Patienten mit Lungenkrebs.

Um Schadstoffe zu vermeiden, füllten die Teilnehmer ihre Lungen fünf Minuten lang mehrmals maximal durch einen Filter, der 99,99% der organischen Verbindungen aus der Luft entfernte. Dieser Vorgang wird als "Lungenreinigung" bezeichnet.

Die Wissenschaftler suchten dann nach VOCs, die nur bei Krebspatienten vorhanden waren und als Biomarker für Krankheiten dienten.

Sie fanden 33 Verbindungen, die in mindestens 83% der Gruppe der Krebspatienten und in weniger als 83% der Kontrollgruppe auftraten.

Der nächste Schritt bestand darin, eine chemische Sensoranordnung aus fünf Nanometer breiten Goldnanopartikeln zu entwerfen.

Die durchschnittliche Größe eines menschlichen Haares beträgt etwa 100.000 Nanometer.
Nachdem Haick und sein Team die Matrizen "trainiert" hatten, um eine Auswahl krebsspezifischer VOCs zu erkennen, testeten sie sie sowohl in künstlichen Mischungen von Biomarkern als auch in echtem menschlichen Atem.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Geräte "zwischen dem Atem von Lungenkrebspatienten und dem von gesunden Patienten in der Kontrollgruppe unterscheiden können, ohne dass eine Entfeuchtung oder Vorkonzentration von Lungenkrebs-Biomarkern erforderlich ist".

Die Forscher schlugen auch vor, dass die Technik auf andere Krebsarten ausgedehnt werden könnte.

"Angesichts der Auswirkungen der zunehmenden Krebsinzidenz auf die weltweiten Gesundheitsbudgets wird die vorgeschlagene Technologie erhebliche Einsparungen sowohl für die öffentlichen als auch für die privaten Gesundheitsausgaben bedeuten", stellten sie fest.

Quelle: AFP

Video: Lungenkrebs erkennen: Die häufigsten Symptome (Oktober 2020).